Alleinerziehende mit Kindern sind immer häufiger von Armut bedroht

05 Aug
2018
Erhard Sohn

In der Tagespresse der letzten Wochen wurde berichtet, dass Alleinerziehende – in der Regel Frauen – und ihre Kinder häufiger von Armut bedroht sind. Eine Abhilfemöglichkeit wurde von einer 37jährigen Mutter wie folgt beschrieben: „Wenn es mehr passende Betreuungsmöglichkeiten gäbe, würden viele betroffene Frauen nicht so schnell finanziell abrutschen. Eine Krankenschwester z.B. hat keine Chance im Schichtdienst zu arbeiten, wenn ihre Kita von 8 bis 16 Uhr geöffnet ist.“.

Die Kaller SPD-Fraktion hat dieses Thema bereits Anfang 2017 aufgegriffen und im Sozialausschuss einen entsprechenden Antrag gestellt. Leider ohne erkennbare Auswirkungen! In einem weiteren Antrag vom 29.12.2017 hat die Kaller SPD deshalb erneut eine Verbesserung der Kita-Öffnungszeiten gefordert. Wir haben vorgeschlagen, als Einstieg in eine angebotsorientierte Betreuung mindestens eine Einrichtung unserer Gemeinde für Tagesmütter zu öffnen. Diese können dann vor und nach den üblichen Öffnungszeiten eine qualifizierte Betreuung in dieser KiTa anbieten. Ein erster Schritt sollte sein, dass mindestens in einer Einrichtung unserer Gemeinde eine Betreuung von 6.30 Uhr bis 20 Uhr gewährleistet wird. Innerhalb dieses Zeitfensters könnten die Kinder den Kindergarten besuchen – natürlich in der bisher üblichen Betreuungsdauer. Für diesen auch in anderen Kommunen und Städten bereits erfolgreich umgesetzten Vorschlag gab es bei der Beratung in den anderen Fraktionen Gegner oder Bedenkenträger. Unter anderem weil man prinzipielle Vorbehalte „gegen eine institutionalisierte Betreuung“ hätte. Wir werden kritisch beobachten, wie sich die Dinge in naher Zukunft entwickeln.

Die Kaller SPD unterstützt die Initiative von Markus Ramers, die Gebührenpflicht für Kindergärten abzuschaffen. Erhard Sohn, SPD-Fraktionsvorsitzender im Kaller Rat: „Die Kindergärten sind längst keine Verwahrorte mehr. Sie sind Teil unseres Bildungssystems. Wie für Schulen und Universitäten dürfen auch für Kindergärten keine Gebühren erhoben werden.“ Dies würde viele Eltern erheblich entlasten. „Natürlich kann die finanzielle Belastung nicht nur von den Kommunen oder dem Kreis getragen werden. Hier sind Land und Bund in der Pflicht“, so Sohn, der auf die Beitragsfreiheit in vielen SPD-regierten Bundesländern verweist.

Übrigens: Die von der SPD beantragte reine U3-Gruppe für Kall kommt schon bald!

Sie sehen: Wir bleiben dran. SPD – Das Soziale Kall.

SPD Kall
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